Call for Papers

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Unsere Gesundheit wird maßgeblich durch sogenannte „weiche“ Faktoren bestimmt. Hierzu zählen kommunikative Prozesse im medizinischen, aber auch alltäglichen Bereich. So wurde beispielsweise die Bedeutung einer angemessenen Arzt-Patienten-Interaktion für die Zufriedenheit mit dem Arzt und die Befolgung ärztlicher Anweisungen vielfach empirisch belegt. Zudem haben zahlreiche Ad-hoc Evaluationen gezeigt, wie wirkungsvoll kommunikative Maßnahmen im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sind.

 

Die praktische Relevanz der Gesundheitskommunikation ist somit unumstritten. Was jedoch fehlt, sind fundierte Theorien der Gesundheitskommunikation. Dies lässt sich, so Spatzier und Signitzer in ihrem Beitrag im 2014 erschienenen Handbuch Gesundheitskommunikation, mitunter auf die spezifische Natur des Gesundheitswesens und die große Vielfalt der diesbezüglichen Kommunikationsphänomene zurückführen. Die Gesundheitskommunikation hat ihre Wurzeln in verschiedenen Forschungsdisziplinen wie der Psychologie, Soziologie, Medizin oder Linguistik/Rhetorik. Diese haben das Thema Gesundheit seit jeher mit unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden erforscht. Dabei wurden verschiedene – oder im Fall der Medizin in der Regel keine – Theorien angewandt.

 

Diese Tatsache stellt das heutige Forschungsfeld Gesundheitskommunikation vor eine große Herausforderung. Denn nun gilt es, fundierte Theorien der Gesundheitskommunikation zu entwickeln, um die unterschiedlichen Kommunikationsphänomene und -kontexte angemessen untersuchen und praktische Implikationen ableiten zu können. Davon profitieren nicht nur Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, sondern in erster Linie auch Praktizierende im Gesundheitswesen.

 

Unter dem Thema „Gesundheitskommunikation im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis“ möchte die dritte Tagung der Ad-hoc-Gruppe Gesundheitskommunikation in der DGPuK zur Lösung theoretischer Defizite beitragen. Hierfür laden wir Beiträge zu folgenden thematischen Schwerpunkten ein:

  • Fachhistorische oder -strukturelle Über- und Ausblicke zum Forschungsfeld Gesundheitskommunikation im Hinblick auf die Entwicklung und Formulierung neuer Theorien
  • Gesellschaftliche, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen der modernen Gesundheitskommunikation
  • Theorien und Modelle der Selektion, Thematisierung, Nutzung und Wirkung gesundheitsrelevanter Informationen
  • Akteursrollen im Kontext gesundheitsrelevanter Kommunikationsprozesse
  • Darstellung von Gesundheit und Krankheit in Informations- und Unterhaltungsmedien
  • Theorien, Ansätze und Befunde zum Medizin- und Gesundheitsjournalismus
  • Interpersonale, mediengestützte und massenmediale Informationsquellen und Kommunikationskanäle der Gesundheitskommunikation
  • Zielgruppen und Kommunikationsstrategien der Prävention und Gesundheitsförderung, des Gesundheitsmarketing und der gesundheitsbezogenen Risikokommunikation
  • Rolle von intra- und interpersonalen sowie medialen Eigenschaften bei der Produktion, Verbreitung, Wahrnehmung und Verarbeitung gesundheitsrelevanter Informationen
  • Intendierte und nicht-intendierte Wirkungen von Gesundheitsbotschaften

 

Nähere Informationen zu den Einreichungsmodalitäten der Tagung finden Sie hier. Zudem können Sie den ausführlichen Call for Papers als pdf-Version herunterladen.